Was dieser Rechner anders macht
Steuersätze und Rechtsstand geprüft im August 2026.
Die meisten Sparplanrechner zeigen eine Bruttozahl: Sie sparen 300 Euro im Monat, bekommen 7 Prozent Rendite, und am Ende steht ein schöner Betrag. Diese Zahl bekommen Sie nie zu sehen.
Zwei Posten stehen dazwischen. Die laufenden Fondskosten werden jeden Tag anteilig vom Vermögen abgezogen, nicht von der Rendite. Und beim Verkauf greift die Abgeltungsteuer. Der Rechner oben zieht beides ab.
Ein Beispiel: 300 Euro monatlich über 20 Jahre bei 7 Prozent erwarteter Rendite und 0,2 Prozent Fondskosten. Eingezahlt haben Sie 72.000 Euro. Der Depotwert liegt bei 152.516 Euro. Nach Steuern bleiben 137.915 Euro.
Was die TER wirklich kostet
Die TER, ausgeschrieben Total Expense Ratio, ist die jährliche Kostenquote eines Fonds. Sie klingt harmlos, weil sie in Zehntelprozent angegeben wird. Über zwanzig Jahre sieht die Sache anders aus, weil die Kosten nicht nur das Geld nehmen, sondern auch dessen künftige Rendite.
Bei 300 Euro monatlich über 20 Jahre und 7 Prozent Rendite:
| Fondskosten (TER) | Depotwert nach 20 Jahren | Kosten insgesamt |
|---|---|---|
| 0,07 % | 154.949 € | 843 € |
| 0,20 % | 152.516 € | 2.382 € |
| 0,50 % | 147.075 € | 5.811 € |
| 1,50 % | 130.555 € | 16.088 € |
Zwischen einem günstigen Index-ETF mit 0,07 Prozent und einem aktiv verwalteten Fonds mit 1,5 Prozent liegen in diesem Beispiel 24.394 Euro. Das ist ein Drittel der gesamten Eigenleistung.
Breit gestreute ETFs auf große Indizes liegen meist zwischen 0,07 und 0,25 Prozent. Wer über 0,5 Prozent zahlt, sollte prüfen, wofür genau.
Die Steuer auf ETF-Gewinne
Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 Prozent (§ 32d EStG). Bei Kirchensteuerpflicht kommt noch etwas dazu.
Für Aktienfonds gibt es allerdings die Teilfreistellung: 30 Prozent des Gewinns bleiben steuerfrei, weil der Fonds seine Erträge bereits auf Fondsebene versteuert hat. Versteuert werden also nur 70 Prozent. Dazu kommt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG).
Im Beispiel oben beträgt der Bruttoertrag 80.516 Euro. Steuerpflichtig sind davon 70 Prozent, abzüglich Freibetrag ergibt das eine Steuer von 14.602 Euro.
Nicht abgebildet ist die Vorabpauschale. Sie fällt bei thesaurierenden Fonds jährlich an und zieht einen Teil der Steuer zeitlich vor. Beim späteren Verkauf wird sie angerechnet, unterm Strich zahlen Sie also nicht mehr, nur früher.
Warum die Renditeannahme kein Versprechen ist
7 Prozent im langfristigen Mittel ist ein historischer Wert für breit gestreute Aktienmärkte. Das Wort „Mittel“ trägt dabei mehr Gewicht als die Zahl.
Reale Kursverläufe schwanken erheblich. Es gab Jahrzehnte mit deutlich höheren Werten und solche mit fast keinem Zuwachs. Wer 2000 eingestiegen ist, hat rund dreizehn Jahre auf den alten Stand gewartet. Der Rechner unterstellt eine gleichmäßige Rendite und liefert deshalb eine Modellrechnung, keine Prognose.
Zwei Konsequenzen daraus: Erstens gehört zu einem Aktiensparplan ein Anlagehorizont, der Schwankungen aussitzen kann, üblicherweise mindestens zehn bis fünfzehn Jahre. Zweitens hilft es, mit einer vorsichtigeren Annahme zu rechnen. Wer mit 5 statt 7 Prozent plant, wird seltener enttäuscht.
Was in der Rechnung ebenfalls fehlt: die Inflation. Bei 2 Prozent Teuerung hat ein Betrag nach 20 Jahren nur noch gut zwei Drittel der heutigen Kaufkraft. Was real übrig bleibt, zeigt der Inflationsrechner.