Was der Dispo kostet
Rechtsstand geprüft im August 2026.
Der Dispositionskredit ist die teuerste Form der kurzfristigen Finanzierung, die Banken regulär anbieten. Zinssätze im zweistelligen Bereich sind üblich, während Ratenkredite deutlich darunter liegen.
Ein Beispiel: 2.000 Euro Dispo über 90 Tage bei 11,5 Prozent kosten 56,71 Euro. Derselbe Betrag als Ratenkredit zu 6,5 Prozent würde im gleichen Zeitraum 32,05 Euro kosten. Die Differenz von rund 25 Euro klingt klein, hochgerechnet auf dauerhafte Nutzung wird daraus ein spürbarer Betrag.
Berechnet werden Dispozinsen taggenau auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag. Belastet wird meist vierteljährlich. Wer nur wenige Tage im Minus ist, zahlt entsprechend wenig, das ist die Stärke des Dispos.
Wann der Dispo sinnvoll ist und wann nicht
Für kurze Überbrückungen ist er praktisch. Es entstehen keine Abschlusskosten, keine Anträge, keine Bindung. Wer die Rechnung drei Tage vor dem Gehaltseingang bezahlt, fährt damit günstiger als mit jedem Kredit.
Problematisch wird es bei Dauernutzung. Wer den Dispo Monat für Monat ausschöpft, zahlt effektiv einen sehr hohen Zins auf einen faktisch langfristigen Kredit. In diesem Fall ist die Umschuldung in einen Ratenkredit fast immer günstiger.
Banken sind seit 2016 verpflichtet, bei dauerhafter oder erheblicher Inanspruchnahme ein Beratungsgespräch anzubieten (§ 504a BGB). Als Schwelle gilt eine ununterbrochene Nutzung über sechs Monate hinweg in Höhe von durchschnittlich mindestens 75 Prozent des Rahmens.
Überziehung über den Rahmen hinaus
Wer den eingeräumten Rahmen überschreitet, zahlt zusätzlich eine Überziehungsprovision. Sie liegt noch einmal über dem Dispozins. Diese geduldete Überziehung ist rechtlich etwas anderes als der vereinbarte Dispo und kann von der Bank jederzeit beendet werden.
Der Rechner oben bildet nur den vereinbarten Dispo ab. Für Überziehungen darüber hinaus müssen Sie den höheren Satz einsetzen.