Inflationsrechner

Was Ihr Geld in einigen Jahren real noch wert ist — und was der Realzins dazu sagt.

Zuletzt geprüft: 24. August 2026 Rechenweg offengelegt Ohne Anmeldung, ohne Datenweitergabe

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Was Inflation mit Ihrem Geld macht

Rechtsstand und Referenzwerte geprüft im August 2026.

Inflation ist der Wertverlust des Geldes über die Zeit. Der Betrag auf dem Konto bleibt gleich, aber Sie bekommen dafür immer weniger. Der Rechner oben zeigt beide Seiten: was ein heutiger Betrag später real noch wert ist, und welche Summe Sie dann bräuchten, um sich dasselbe leisten zu können.

Bei 50.000 Euro und einer Teuerung von 2 Prozent im Jahr:

ZeitraumReale KaufkraftAnteilDafür nötig
10 Jahre41.017 €82,0 %60.950 €
20 Jahre33.649 €67,3 %74.297 €
30 Jahre27.604 €55,2 %90.568 €

Nach 30 Jahren ist von der Kaufkraft also gut die Hälfte übrig, obwohl der Kontostand unverändert 50.000 Euro zeigt. Liegt das Geld unverzinst, entspricht das einem realen Verlust von 16.351 Euro allein in den ersten zwanzig Jahren.

Die 2 Prozent sind keine willkürliche Annahme. Sie entsprechen dem mittelfristigen Zielwert der Europäischen Zentralbank für den Euroraum.

Warum die Rate so viel ausmacht

Inflation wirkt wie Zinseszins, nur in die falsche Richtung. Der Unterschied zwischen scheinbar ähnlichen Raten wird über die Jahre groß.

Bei 50.000 Euro über 20 Jahre bleiben von der Kaufkraft:

  • bei 2 Prozent: 33.649 Euro
  • bei 3 Prozent: 27.684 Euro
  • bei 5 Prozent: 18.844 Euro

Ein Prozentpunkt mehr Teuerung kostet in diesem Beispiel fast 6.000 Euro an Kaufkraft. Bei 5 Prozent, wie sie in den Jahren 2022 und 2023 zeitweise deutlich überschritten wurden, bleibt nach zwanzig Jahren nur gut ein Drittel.

Wichtig dabei: Die amtliche Inflationsrate misst einen Warenkorb, der den Durchschnittshaushalt abbildet. Ihre persönliche Teuerungsrate kann davon abweichen. Wer viel Energie verbraucht oder zur Miete in einer Stadt mit steigenden Mieten wohnt, spürt in manchen Jahren mehr als die veröffentlichte Zahl.

Der Realzins ist die Zahl, die zählt

Entscheidend ist nicht, wie viel Zinsen Sie bekommen, sondern wie viel davon nach Abzug der Teuerung übrig bleibt. Das ist der Realzins.

Bei 3 Prozent Zinsen und 2 Prozent Inflation liegt er bei 0,98 Prozent. Ihr Geld wächst also real, wenn auch langsam. Bei 1 Prozent Zinsen und 2 Prozent Inflation liegt er bei minus 0,98 Prozent. Dann verliert das Geld trotz Zinsen an Wert.

Genau das war über weite Strecken des vergangenen Jahrzehnts der Fall: Sparbuch- und Tagesgeldzinsen lagen unter der Teuerung. Wer sein Geld dort liegen ließ, wurde nominal reicher und real ärmer.

Ein Punkt fehlt in dieser Rechnung noch: die Steuer. Versteuert wird der nominale Ertrag, nicht der reale. Bei 3 Prozent Zinsen und 26,375 Prozent Abgeltungsteuer bleiben nach Steuern etwa 2,2 Prozent, und davon geht die Inflation ab. Der reale Ertrag nach Steuern ist also noch einmal deutlich kleiner.

Wofür der Rechner nützlich ist

Am häufigsten für drei Fragen. Erstens die Altersvorsorge: Eine Rentenlücke von 500 Euro heute ist in 25 Jahren keine 500-Euro-Lücke mehr. Zweitens langfristige Sparziele: Wer für ein Kind spart, sollte den Zielbetrag in heutiger Kaufkraft denken und dann hochrechnen. Drittens der Vergleich von Angeboten: Ein Festgeld mit garantierten 2 Prozent klingt sicher, ist real aber ein Verlust, wenn die Teuerung darüber liegt.

Was der Rechner nicht kann: die Zukunft vorhersagen. Er rechnet eine gleichbleibende Rate durch. Tatsächlich schwankt die Inflation erheblich, und niemand weiß, wo sie in zehn Jahren steht. Sinnvoll ist deshalb, mehrere Szenarien durchzurechnen statt einer einzigen Zahl zu vertrauen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Inflation aktuell?
Die amtliche Rate für Deutschland veröffentlicht das Statistische Bundesamt monatlich als Verbraucherpreisindex. Für langfristige Planungen ist der EZB-Zielwert von 2 Prozent eine gebräuchliche Annahme, weil kurzfristige Ausschläge über Jahrzehnte weniger ins Gewicht fallen.
Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Deflation?
Bei Inflation steigen die Preise, das Geld verliert an Wert. Bei Deflation sinken die Preise, das Geld gewinnt an Wert. Deflation klingt zunächst angenehm, gilt volkswirtschaftlich aber als problematischer, weil Konsum und Investitionen aufgeschoben werden.
Schützt eine Immobilie vor Inflation?
Teilweise. Sachwerte steigen tendenziell mit dem Preisniveau, und eine Finanzierung entwertet sich real mit: Die Rate bleibt nominal gleich, während Einkommen und Preise steigen. Garantiert ist der Zusammenhang aber nicht, Immobilienpreise folgen eigenen Zyklen.
Warum weicht meine gefühlte Teuerung von der Statistik ab?
Weil der amtliche Warenkorb einen Durchschnitt abbildet. Güter des täglichen Bedarfs kaufen Sie häufig und nehmen Preisänderungen dort stärker wahr, während sie im Index nur anteilig gewichtet sind. Größere Anschaffungen mit stabilen oder fallenden Preisen fallen dagegen kaum auf.
Wie rechne ich einen Betrag in heutige Kaufkraft um?
Betrag geteilt durch (1 + Inflationsrate) hoch Anzahl der Jahre. Genau das macht der Rechner oben. Umgekehrt multiplizieren Sie, wenn Sie wissen wollen, welche Summe künftig nötig wäre.

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