Was die Finanzierung wirklich kostet
Rechtsstand geprüft im August 2026.
Beim Autokauf steht die Monatsrate im Mittelpunkt, und genau das nutzen Finanzierungsangebote aus. Eine niedrige Rate sagt für sich genommen wenig darüber aus, was das Auto am Ende kostet.
Ein Beispiel: 28.000 Euro Kaufpreis, 5.000 Euro Anzahlung, 4,9 Prozent Sollzins, 48 Monate Laufzeit. Ohne Schlussrate liegt die Monatsrate bei 528,63 Euro, die Zinskosten bei 2.374 Euro. Insgesamt zahlen Sie 30.374 Euro für ein Auto, das bar 28.000 kostet.
Mit einer Schlussrate von 10.000 Euro sinkt die Monatsrate auf 339,63 Euro. Das sind 189 Euro weniger im Monat. Die Zinskosten steigen dabei auf 3.302 Euro, weil die 10.000 Euro über die gesamte Laufzeit mitverzinst werden, ohne getilgt zu werden.
Wie die Schlussrate funktioniert
Bei einer Ballonfinanzierung oder Drei-Wege-Finanzierung bleibt am Ende ein großer Betrag offen. Die Monatsrate tilgt nur die Differenz, verzinst wird aber die volle Summe.
Der Unterschied zwischen beiden Varianten liegt darin, was am Laufzeitende passiert. Bei der reinen Ballonfinanzierung müssen Sie die Schlussrate zahlen oder weiterfinanzieren. Bei der Drei-Wege-Finanzierung haben Sie zusätzlich das Recht, das Fahrzeug zum vereinbarten Restwert zurückzugeben.
Dieses Rückgaberecht ist der entscheidende Unterschied, und es ist an Bedingungen geknüpft. Die vereinbarte Kilometerleistung darf nicht überschritten sein, und das Fahrzeug muss in einem Zustand sein, den der Vertrag als vertragsgemäß beschreibt. Über die Auslegung dieses Zustands gibt es regelmäßig Streit. Kratzer, Steinschläge und abgefahrene Reifen werden bewertet und in Rechnung gestellt.
Bei einer reinen Ballonfinanzierung ohne Rückgaberecht tragen Sie das Restwertrisiko allein. Liegt der tatsächliche Marktwert unter der Schlussrate, zahlen Sie die Differenz.
Finanzierung, Leasing oder bar
Drei Wege, drei Kostenstrukturen. Beim Barkauf zahlen Sie den niedrigsten Gesamtpreis, binden aber Kapital. Bei der Finanzierung gehört das Auto Ihnen, Sie zahlen Zinsen. Beim Leasing zahlen Sie für die Nutzung und geben am Ende zurück.
Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Händler gewähren bei Barzahlung häufig einen Nachlass, bei Finanzierung über die Herstellerbank dagegen nicht. Umgekehrt gibt es subventionierte Finanzierungen mit 0 Prozent, bei denen der Preis dafür weniger verhandelbar ist. Fragen Sie deshalb immer beides ab: den Barpreis und die Finanzierungskonditionen. Erst der Vergleich beider Gesamtsummen zeigt, was günstiger ist.
Ob sich Leasing lohnt, hängt an anderen Größen. Dafür ist der Leasingfaktor die passende Vergleichszahl.
Worauf Sie im Vertrag achten sollten
Die Restschuldversicherung ist der häufigste Zusatzposten. Sie ist freiwillig und wird trotzdem oft als selbstverständlich mitverkauft. Sie erhöht die Gesamtkosten deutlich und taucht im Effektivzins nur auf, wenn ihr Abschluss Bedingung für den Kredit ist.
Der beworbene Zins gilt außerdem nicht für alle. Banken müssen ein repräsentatives Beispiel angeben, das für mindestens zwei Drittel der Abschlüsse gilt. Der Satz in Ihrem persönlichen Angebot kann davon abweichen.
Bei einer Finanzierung über den Händler bleibt der Fahrzeugbrief in der Regel bei der Bank, bis der Kredit getilgt ist. Verkaufen können Sie das Auto in dieser Zeit nur mit Zustimmung der Bank.
Ihre Rechte: Ein Verbraucherdarlehen können Sie innerhalb von 14 Tagen widerrufen (§ 355 BGB). Vorzeitig ablösen dürfen Sie jederzeit, die Vorfälligkeitsentschädigung ist auf 1 Prozent der Restschuld begrenzt, bei weniger als einem Jahr Restlaufzeit auf 0,5 Prozent (§ 502 BGB).