Effektivzinsrechner

Was ein Kredit mit allen Kosten wirklich kostet — die Vergleichsgröße nach Preisangabenverordnung.

Zuletzt geprüft: 24. August 2026 Rechenweg offengelegt Ohne Anmeldung, ohne Datenweitergabe

Monatsgenaue Berechnung, nicht überschlägig Ergebnis sofort, kein Formular davor Alle Eingaben bleiben im Browser

Warum der Sollzins nicht reicht

Rechtsstand geprüft im August 2026.

Der Sollzins beschreibt nur die reine Verzinsung der Restschuld. Der effektive Jahreszins enthält zusätzlich alle Kosten, die zur Kreditaufnahme gehören, und rechnet die unterjährige Zinsbelastung aufs Jahr hoch. Er ist nach der Preisangabenverordnung anzugeben und die einzige Zahl, mit der sich zwei Angebote vergleichen lassen.

Ein Beispiel: 20.000 Euro über 60 Monate zu 5,5 Prozent Sollzins, dazu 500 Euro einmalige Kosten. Der effektive Jahreszins liegt bei 6,75 Prozent. Der Abstand von 1,25 Prozentpunkten entsteht aus zwei Quellen: der monatlichen statt jährlichen Verzinsung und den Kosten, die die Auszahlung mindern.

Selbst ohne jede Nebenkosten liegt der Effektivzins über dem Sollzins. Bei 5,5 Prozent nominal und monatlicher Verzinsung sind es rechnerisch etwa 5,64 Prozent.

Wie der Effektivzins ermittelt wird

Gesucht ist der Zinssatz, bei dem der Barwert aller Zahlungen genau der Auszahlung entspricht. Diese Gleichung lässt sich nicht direkt auflösen, sie wird numerisch angenähert. Der Rechner oben macht genau das.

Der entscheidende Punkt für das Verständnis: Kosten und ein Disagio mindern die Auszahlung, nicht die Rückzahlung. Sie bekommen weniger, zahlen aber die volle Summe zurück. Deshalb steigt der Effektivzins, obwohl sich am Sollzins nichts ändert.

Was der Effektivzins nicht enthält

Trotz seines Namens erfasst er nicht alles. Nicht enthalten sind Kosten, die nicht zwingend zur Kreditaufnahme gehören.

Der wichtigste Fall ist die Restschuldversicherung. Sie zählt nur dann in den Effektivzins, wenn ihr Abschluss Bedingung für die Kreditvergabe ist. Wird sie als freiwillig verkauft, taucht sie nicht auf, verteuert den Kredit aber trotzdem. Fragen Sie deshalb immer nach dem Effektivzins ohne Versicherung.

Ebenfalls nicht enthalten sind Kosten, die erst später anfallen können, etwa Gebühren für Ratenpausen oder Vertragsänderungen.

Ein weiterer Punkt: Bearbeitungsgebühren dürfen Banken bei Verbraucherkrediten seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2014 nicht mehr verlangen. Wer sie in einem aktuellen Angebot findet, sollte widersprechen.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der reine Zinssatz auf die Restschuld. Der Effektivzins enthält zusätzlich alle Kreditkosten und die unterjährige Verzinsung. Für den Angebotsvergleich zählt nur der Effektivzins, für die Berechnung der Rate der Sollzins.
Was ist ein Disagio?
Ein Abschlag bei der Auszahlung. Bei einem Darlehen über 100.000 Euro mit 5 Prozent Disagio bekommen Sie 95.000 Euro ausgezahlt, zahlen aber 100.000 Euro zurück. Im Gegenzug ist der Sollzins niedriger. Der Effektivzins macht sichtbar, ob sich das rechnet.
Warum weicht der Effektivzins meiner Bank ab?
Weil die Berechnungsmethode nach Preisangabenverordnung Spielräume lässt, etwa bei der Behandlung von Bereitstellungszinsen oder unterschiedlichen Auszahlungszeitpunkten. Größere Abweichungen sollten Sie sich erklären lassen.
Gilt der beworbene Effektivzins für mich?
Nicht unbedingt. Bei bonitätsabhängigen Krediten muss ein repräsentatives Beispiel angegeben werden, das für mindestens zwei Drittel der Abschlüsse gilt. Ihr persönlicher Satz kann darüber liegen.

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