Mietrendite berechnen

Brutto- und Nettomietrendite einer Kapitalanlage, inklusive Kaufnebenkosten und Bewirtschaftung.

Zuletzt geprüft: 24. August 2026 Rechenweg offengelegt Ohne Anmeldung, ohne Datenweitergabe

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Warum die Zahl aus dem Exposé zu hoch ist

Steuersätze und Rechtsstand geprüft im August 2026.

In Immobilienanzeigen steht fast immer die Bruttomietrendite: Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis. Sie ist einfach zu rechnen und systematisch zu optimistisch, weil sie zwei Dinge auslässt.

Erstens die Kaufnebenkosten. Sie machen je nach Bundesland 8 bis 15 Prozent aus und gehören zum eingesetzten Kapital. Zweitens die Bewirtschaftung: nicht umlagefähiges Hausgeld, Verwaltung und Instandhaltung.

Ein Beispiel: 250.000 Euro Kaufpreis, 850 Euro Kaltmiete, 150 Euro nicht umlagefähiges Hausgeld, 1.200 Euro Instandhaltung im Jahr, Nordrhein-Westfalen mit Makler.

Die Bruttorendite beträgt 4,08 Prozent. Die Nettorendite, bezogen auf den Gesamtaufwand von 278.925 Euro, liegt bei 2,58 Prozent. Der Unterschied ist kein Rundungsfehler, sondern der eigentliche Kern der Rechnung.

Der Kaufpreisfaktor

Neben der Rendite ist der Kaufpreisfaktor gebräuchlich: Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete. Er sagt, wie viele Jahresmieten der Kaufpreis entspricht.

KaufpreisKaltmieteBruttorenditeNettorenditeFaktor
250.000 €850 €4,08 %2,58 %24,5
250.000 €1.100 €5,28 %3,66 %18,9
400.000 €1.300 €3,90 %2,82 %25,6

Lange galt ein Faktor bis 25 als vertretbar. In Ballungsräumen liegen die Faktoren seit Jahren deutlich darüber, teils über 35. Dort trägt die laufende Miete die Investition rechnerisch nicht mehr; die Erwartung liegt dann auf der Wertsteigerung.

Was in der Rechnung fehlt

Der Rechner zeigt die Objektrendite, nicht Ihre persönliche Rendite. Vier Größen kommen hinzu.

Die Finanzierung: Bei einer fremdfinanzierten Immobilie entscheidet der Abstand zwischen Nettorendite und Kreditzins. Liegt der Zins darüber, zahlen Sie monatlich drauf.

Der Mietausfall: Leerstand und Zahlungsausfälle sind einzukalkulieren, üblich sind pauschal 2 bis 5 Prozent der Jahresmiete.

Die Steuer: Mieteinnahmen sind mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Dem stehen abzugsfähige Kosten gegenüber, vor allem Zinsen und die Abschreibung von in der Regel 2 Prozent des Gebäudewerts pro Jahr.

Die Wertentwicklung: Sie ist bei Kapitalanlagen oft der größere Hebel als die laufende Rendite, aber auch die unsicherste Größe. Nach zehn Jahren Haltedauer ist ein Verkaufsgewinn steuerfrei (§ 23 EStG).

Häufige Fragen

Welche Mietrendite ist gut?
Das hängt vom Markt ab. In gefragten Städten sind Nettorenditen um 2 bis 3 Prozent üblich, in strukturschwächeren Lagen sind 5 Prozent und mehr möglich, dafür steigt das Risiko von Leerstand und Wertverfall.
Was ist nicht umlagefähiges Hausgeld?
Der Teil des Hausgelds, den Sie nicht auf den Mieter umlegen dürfen: Verwaltervergütung und Zuführung zur Instandhaltungsrücklage. Betriebskosten wie Heizung und Wasser zahlt der Mieter.
Wie viel sollte ich für Instandhaltung ansetzen?
Verbreitet sind 1 Euro je Quadratmeter im Monat oder alternativ 10 bis 15 Prozent der Jahresmiete. Bei älteren Gebäuden eher mehr.
Rechnet sich eine Immobilie ohne Wertsteigerung?
Bei einem Faktor über 30 selten. Dann muss die Wertsteigerung einen Teil der Rendite liefern, und das ist eine Annahme, keine Zusage. Wer nur auf die laufende Rendite setzt, sollte auf einen niedrigen Faktor achten.

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Alle Rechner arbeiten mit demselben Rechenkern und lassen sich mit Ihren Werten weiterrechnen.