Die Frage ist falsch gestellt
Rechtsstand geprüft im August 2026.
Die verbreitete Rechnung vergleicht Miete mit Rate: Wenn die Rate niedriger ist als die Miete, lohnt sich der Kauf. Diese Rechnung übersieht drei Dinge.
Erstens zahlt der Käufer zusätzlich Instandhaltung, Grundsteuer und Gebäudeversicherung. Zweitens hat er Kaufnebenkosten bezahlt, die sofort weg sind. Drittens könnte der Mieter sein Eigenkapital anlegen und Rendite erzielen.
Der Rechner oben vergleicht deshalb nicht die monatliche Belastung, sondern das Vermögen nach einem Zeitraum. Beim Kauf ist das der Immobilienwert minus Restschuld. Bei der Miete das angelegte Eigenkapital plus die angelegte Differenz zwischen Rate und Miete.
Was das Ergebnis kippen lässt
Zwei Annahmen entscheiden fast alles: die Wertsteigerung der Immobilie und die Rendite der Geldanlage. Beide sind Schätzungen.
Bei 2 Prozent Wertsteigerung und 4 Prozent Anlagerendite liegt der Kauf im Standardbeispiel vorn. Setzen Sie die Wertsteigerung auf 1 Prozent und die Anlagerendite auf 6 Prozent, kippt das Ergebnis. Beide Szenarien sind plausibel.
Deshalb ist die ehrlichste Antwort auf die Titelfrage: Es kommt darauf an, und niemand weiß es vorher. Rechnen Sie mehrere Szenarien durch, statt einer Zahl zu vertrauen.
Was in keiner Rechnung steht
Die finanzielle Betrachtung ist nur die eine Hälfte.
Für den Kauf sprechen Sicherheit vor Eigenbedarfskündigung, Gestaltungsfreiheit und ein erzwungener Sparprozess: Die Tilgung baut Vermögen auf, ob man will oder nicht. Nach zehn Jahren Selbstnutzung ist ein Verkaufsgewinn steuerfrei (§ 23 EStG).
Für die Miete sprechen Flexibilität bei Jobwechsel oder Trennung, keine Instandhaltungsrisiken und kein Klumpenrisiko: Wer kauft, steckt oft sein gesamtes Vermögen in ein einziges Objekt an einem einzigen Ort.
Diese Punkte lassen sich nicht in Euro ausdrücken, entscheiden aber häufig mehr als die Rechnung.